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In den letzten 12 Monaten hat Google SEOs ganz schön eingeheizt.

Einige Updates haben für hohe Volatilität in den SERPs gesorgt und sogar stabilen, etablierten Unternehmen Sichtbarkeit und Umsätze geraubt. Doch keines dieser letzten Updates hat das Suchmaschinenmarketing so stark getroffen, wie das Core Update Mai 2020.

Es gab traurige Verlierer und glückliche Gewinner.

Wir haben etliche Daten ausgewertet und standen im regen Austausch mit unserem Netzwerk. Unsere Erkenntnisse geben Aufschluss darüber, was SEOs machen sollten, um von dieser tiefgreifenden Veränderung künftig profitieren zu können.

Nimm Dir ein paar Minuten Zeit, um das Core Update zu verstehen und Deine SEO zukunftssicher ausrichten zu können.

Unser ausführliches Video dazu:

Die wichtigsten Fakten zum Core Update Mai 2020

Overview

  • Google hat im Vergleich zu vielen anderen Updates dieses Google Core Update explizit angekündigt. Das passiert nur bei Updates mit besonders starken Auswirkungen.
  • Das Roll Out hat vom 4. Mai bis zum 18. Mai stattgefunden. In den 2 Wochen haben SERPs weltweit eine starke Volatilität erfahren.
  • Die Auswirkungen waren massiv. Auch autoritäre, stabil wirkende Projekte haben Sichtbarkeitseinbußen um bis zu 75 % erlitten. Doch es gab auch starke Gewinner.
  • Im Vergleich zum EAT-Update war das Update nicht auf bestimmte Themenbereiche beschränkt. Alle Branchen waren gleichsam betroffen.

Unsere wichtigsten 8 Erkenntnisse

Durch die Analyse unserer zahlreichen Projekte und durch Gespräche mit befreundeten Experten aus den USA konnten wir 8 interessante Erkenntnisse sammeln.

1. Erkenntnis: Autorität und Tiered Linkbuilding wurde gestärkt

Projekte mit einem starken Linkprofil und autoritären Links haben profitiert. Häufig wurden in den Monaten vor dem Update proaktiv Links aufgebaut.
Auffällig war, dass der Linkaufbau der Gewinner zudem oft mit Tiered Linkbuilding unterstützt wurde.

Stimmen aus den USA behaupten, dass dieses Update sich zu 75 % um Linkaufbau und Autorität dreht.
Wir von SEOLUSION können diese Theorie anhand unserer Erkenntnisse bestätigen.

Projekte, bei denen wir Tiered Linkbuilding betrieben haben, gehörten zu unseren Gewinnern.

Falls es Dich das Thema interessiert, ließ doch unsere Studie zu dem Thema.

Ob sich das Update nun konkret auf Tiered Linkbuilding bezogen hat, ist momentan noch offen.

Fest steht:

Seiten mit starken Linkprofil gehörten jedoch branchenübergreifend zu den Gewinnern des Updates.

2. Erkenntnis: Autoritätsseiten, wie Spiegel, Handelsblatt und Co. haben stark profitiert

Noch mehr als zuvor werden die SERPs von medienübergreifenden Autoritäten, wie Spiegel, Handelsblatt oder NTV, dominiert.

Diese Erkenntnis deckt sich mit und bestätigt 1. Erkenntnis. Aufgrund der enormen Bekanntheit und hochwertigen Inhalten erhalten Nachrichtenseiten laufend organische, starke Backlinks. Auch ohne proaktiven Linkaufbau. Sie haben daher generell ein starkes autoritäres Linkprofil.

3. Erkenntnis: Perfekte Optimierung auf Suchintention hat Unterseiten gestärkt

Auf der Unterseiten-Ebene haben einzelne Unterseiten enorm profitiert, wenn diese die Suchintention perfekt getroffen haben.

Unterseiten, welche die dominierende Suchintention eines Suchbegriffes verfehlen, wurden hingegen abgestraft. Bereits das Core Update im Januar hat den Faktor Suchintention gestärkt. Es scheint so, als wurde dieser Trend mit diesem Update erneut bestätigt.

Falls Du mit dem Prinzip der Suchintention noch nicht vertraut bist, wird es jetzt höchste Zeit. Eigentlich sollte die Suchintention schon längst Einzug in jede Content-Strategie und jedes Text-Briefing erhalten haben.

Bestehende Seiten lassen sich und sollten dahingehend nachoptimiert werden.

4. Erkenntnis: Onlineshops für kommerzielle Keywords favorisiert

Affiliate-Seiten sind beim Ranking auf transaktionale oder kommerzielle Keywords, wie “Produkt kaufen”, seit jeher benachteiligt.

Das Google Core Update im Mai 2020 hat auch diesen Trend erneut bestärkt. Onlineshops werden für diese Suchbegriffe stärker gerankt, während Affiliate-Seiten abermals Sichtbarkeitsverluste hinnehmen mussten.

Shops treffen die Suchintention von kommerziellen Keywords einfach genauer, da die Kaufabsicht direkt befriedigt werden kann.

5. Erkenntnis: Affiliate-Seiten haben generell starke Verluste hinnehmen müssen

Sowohl bei unseren eigenen Seiten als auch in branchenübergreifenden Diskussionen haben wir wahrgenommen, dass Affiliate-Seiten generell Verluste hinnehmen mussten.

Besonders betroffen waren allerdings Affiliate-Projekte, die überwiegend einen schwachen Brand aufweisen und überproportional transaktionale, kommerzielle Suchbegriffe abzudecken versuchen. Das trifft natürlich vor allem auf die klassischen Affiliate-Seiten, sprich Nischenseiten und Low Quality-Content-Seiten, zu.

Ein kleiner Tipp: Die Stärke oder Schwäche eines Brands lässt sich anhand von Brand Searches und Bekanntheit in Form von Erwähnungen und Links messen.

Affiliate SEOs sollten daher in Zukunft mehr informative Suchbegriffe anvisieren. Langfristig kann auch eine Diversifikation der Einkommensströme, etwa durch die Entwicklung eines eigenen Produkts, in Angriff genommen werden. Damit wäre es einfacher, für transaktionale Keywords zu ranken.

6. Erkenntnis: Content-Seiten wurden abgestraft – Bei schwachem Linkprofil und dünnen Content

Zwar konnten wir diese Erkenntnis nicht persönlich teilen, doch viele SEOs haben es erlebt: Content-Seiten mit dünnen Content wurden abgestraft. Das betrifft besonders die Seiten, welche die mangelnde Content-Qualität nicht durch ein starkes Linkprofil abfedern konnten.

Dünner Content meint Unterseiten, die keine hohe Qualität aufweisen und auch nicht angemessen für Suchmaschinen optimiert sind.

Wir haben einige Content-Seiten mit dünnem Content, die allerdings über ein starkes Linkprofil verfügen. Diese konnten von diesem Update enorm profitieren. Es scheint sich jedoch um eine Ausnahme zu handeln.

Generell sollten SEOs “Thin Content” soweit wie möglich vermeiden. Es gibt unzählige Cases, bei denen das Löschen schlecht rankender “Zombie-Unterseiten” zu einem generellen Anstieg der Rankings geführt hat.

7. Erkenntnis: Nofollow / Dofollow-Abgrenzung wird irrelevanter

Nofollow-Links werden relevanter und stärker.

Nach herrschender Meinung waren Dofollow-Links immer zu bevorzugen. Da Dofollow-Links den Linkjuice im Vergleich zu Nofollow-Links direkt weitergeben, sollen sie stärker für einen Ranking-Anstieg verantwortlich sein.

Wir selber konnten bei unseren Projekten keine derartige Entwicklung feststellen. Doch viele SEOs aus den USA berichten davon. Das mag plausibel sein. So hat Google im letzten Jahr neue Link-Attribute, wie “rel=sponsored”, eingeführt. Sie werden wohl in Zukunft anders bewertet also zuvor.

Es könnte also sein, dass Google sich von dem alten Konzept der strikten Unterscheidung von Do- und Nofollow entfernen möchte.

Andere Eigenschaften, wie Autorität und Themenrelevanz werden, nach Aussagen mancher SEOs, ab sofort stärker gewichtet als die Follow-Eigenschaft.

8. Erkenntnis: Expired Domains und Redirects betroffen

Projekte, die auf Expired Domains oder Redirects basieren, sind varianzreich betroffen.

Die SEOLUSION Projekte mit Expired Domains haben im Durchschnitt eher Verluste hinnehmen müssen. Bei Kundenprojekten haben wir unterschiedliche Entwicklungen festgestellt. Einige Projekte haben phänomenale Zuwächse erhalten, während andere, bis dato unerschütterliche Expired Projekte, ebenfalls abgestürzt sind.

Bei den Redirect-Projekten sieht es ähnlich aus: Es scheint so, als ob saubere Redirect-Projekte teilweise profitiert haben. Negativ betroffene Redirect-Projekte weisen überdurchschnittlich häufig unsaubere Link-Techniken auf. So wurden manche Unterseiten ohne thematischen Zusammenhang umgeleitet oder auch im Zuge des Redirects das Ankertext-Verhältnis missachtet.

Zwischenfazit: Ein starkes Update mit offenen Restfragen

Um das einflussreiche Core Update Mai 2020 vollständig einschätzen zu können, sollten wir die Analysen für einige Wochen fortsetzen. Offensichtlich wurden starke Eingriffe in den Algorithmus vorgenommen. Zumindest einige SEOs sollte das Update zu einer Neuevaluierung der eigenen Maßnahmen bewegen.

Zwei spannende Hypothesen zum Core Update

Wenn Google einen derart massiven Eingriff in den Suchalgorithmus vornimmt, hat das meistens nachvollziehbare Gründe.

Die folgenden beiden Hypothesen könnten das aktuelle Update erklären.

Hypothese 1: KMUs sollten zu Google Ads Spendings animiert werden

Die Coronakrise hat bei Großunternehmen und Konzernen zu Einsparungen bei PPC-Werbung geführt. Google ist aber ein profitorientierter Akteur und stellt Suchmaschinenergebnisse hauptsächlich aus Eigeninteresse zur Verfügung.

Durch die Abschwächung der Sichtbarkeit von weniger autoritären Brands, die meistens zu KMUs gehören, sollten diese Unternehmen zu Investitionen in bezahlte Google Klickwerbung angeregt werden.

So könnte Google versuchen, die Umsatzeinbußen durch die Coronakrise zu kompensieren.

Hypothese 2: Das Core Update ist ein massiver A/B-Splittest

Wie laufend im kleinen Rahmen, testet Google die User-Zufriedenheit, indem für einen gewissen Zeitraum systematisch andere Webseiten Top-Positionen erhalten.

Sollten die User-Signale auf eine höhere Zufriedenheit hindeuten, könnten die Änderungen dieses Updates endgültig sein. Andernfalls ist auch ein Reverse Update dieses Core Updates denkbar, wie es in der Vergangenheit schon öfters vorkam.

Das Mai 2020 Core Update anhand zweier Beispiele erklärt

Anhand zweier Beispiele möchten wir Dir die Erkenntnisse näher bringen und untermauern.

Seite im Home-Bereich: Vom März Update getroffen – Trendumkehr im Mai Core Update

Beispiel 1

Ein Kundenprojekt war vom März Update 2019 überdurchschnittlich stark negativ betroffen. Die Zusammenarbeit mit uns hat kurze Zeit später begonnen. Wir haben das Linkprofil durch den Aufbau von Autoritätslinks und Tiered Linkbuilding verbessert.
Vor der Zusammenarbeit hatte das Projekt Nachholbedarf bei der Seiten-Autorität.

Der Traffic war in den Monaten vor dem März Update massiv gewachsen, doch es gab kein simultanen Linkzuwachs von Autoritätslinks. Da beide Metriken in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen sollten, hat Google die Seite massiv abgestraft.

Mit unseren Linkaufbau konnten wir die Autorität schnell und stark nachbessern, was dazu geführt hat, dass die Seite durch die letzten beiden Updates, insbesondere durch das Mai Core Update, wieder stark an Sichtbarkeit dazugewonnen hat.

Negatives Beispiel im Health-Bereich

Beispiel 2

Eines unserer eigenen sehr erfolgreichen Projekte wurde leider abgestraft. Doch wichtiger ist, dass wir dadurch hilfreiche Erkenntnisse gewinnen konnten.

Im Februar 2020 haben wir uns entschieden, die Ressourcen dieses Autoritätsprojektes auf verschiedene Webseiten in dieser Branche zu streuen. Die Linkaufbaufrequenz wurde dadurch heruntergefahren und es wurden weniger Links aufgebaut als in den Monaten zuvor.

Alle anderen Bereiche wurden weiter optimiert, sodass die Seite insgesamt mit überdurchschnittlicher OnPage-SEO und Content-Qualität glänzen kann.

Da die Seite dennoch eine Abstrafung erhalten hat, schließen wir daraus, dass eben die weniger wachsende Linkautorität dafür verantwortlich ist.

Fazit: Autoritätslinks und Suchintention sind wichtiger als je zuvor

Die aktuellen Analysen lassen keinen anderen Schluss zu, als dass Autoritätslinks und die Optimierung auf Suchintention an Bedeutung gewonnen haben.

Sollte eines Deiner Projekte vom Update betroffen sein, prüfe zunächst die Suchintention der wichtigsten Keywords und optimiere bei Bedarf nach.

Achte langfristig darauf, dass Du konsequent Autoritätslinks aufbaust und Deine Besucherzahlen im Verhältnis zur Autorität wachsen.

Falls Du noch Fragen hast, kannst Du uns gerne anschreiben.

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